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Flüssiges Brot aus der „Essbaren Stadt“

Foto: Christoph Maurer

Andernach baut Hopfen an und braut Bier – Trinkbrunnen am Ochsentor

Andernach. „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. Getreu diesem Motto kann man in der „Essbaren Stadt“ nun auch seinen Durst löschen. Am Ochsentor hieß es jetzt für den ersten Trinkbrunnen „Wasser marsch“. Weitere Brunnen werden folgen. Und Andernach braut jetzt auch sein eigenes Bier. Dafür haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beschäftigungsgesellschaft „Perspektive“ entlang der Stadtmauer und am Bollwerk drei riesige Hopfengestänge installiert, an denen die Zutat für ein Bier wächst. Etwa 40 Hopfenpflanzen wurden jetzt in der Stadt eingepflanzt. Mehr als 100 weitere werden auf der Permakultur bei Eich gesetzt.

In Zusammenarbeit mit der Mendiger Vulkan Brauerei soll dann bald das Bier, das „Andernacher“, gebraut und erstmals beim Stadtfest „Andernach schmeckt“ am 2. Juli angeboten werden. Dieses erste Charge Bier entsteht noch mit eingekauftem Hopfen. Wenn die nun ausgebrachten heimischen Pflanzen erntereif sind, werden diese nach und nach für das weitere Bier genutzt. Welche Menge an Bier produziert und auch möglicherweise vermarktet werden kann, steht noch nicht fest. Dies hängt unter anderem auch vom Ernteerfolg ab.

 

Foto: Christoph Maurer

Hopfen in der „Essbaren Stadt“ anzubauen, war naheliegend. Nicht nur, dass die Region bekannt für ihr Bier ist, der Hopfen gehört auch zu den heimischen Pflanzen. Wilder Hopfen wächst seit jeher in der Flussaue am Namedyer Werth.

Mit dem Hopfenanbau haben die Verantwortlichen mit Oberbürgermeister Achim Hütten und Bürgermeister Claus Peitz an der Spitze den Startschuss für die neue Saison in der „Essbaren Stadt“ gegeben, die im Jahr 2010 ins Leben gerufen worden war. Auf einer Fläche von etwa einem Hektar (10.000 Quadratmeter) wachsen 20 verschiedene Obstgehölze, zehn verschiedene Erdbeersorten, Salat, Mangold, Kohl, Kräuter, Tomaten und vieles mehr. Etwa 100 verschiedene essbare Nutzpflanzen gedeihen auf den Flächen der Innenstadt. „Es ist schön zu beobachten, wie dieses einzigartige Projekt von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird“, freut sich Hütten. „Hier sind Blühräume entstanden, in denen sich die Menschen gerne aufhalten, in denen sie sich treffen und miteinander sprechen. Auch das gigantische Medienecho, das selbst nach sieben Jahren Projektzeit nicht abebbt, zeigt uns, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind“, sagt der Oberbürgermeister.

 

„Andernach schmeckt“: Kultur trifft Köstliches


Andernach. Mit der „Essbaren Stadt“ ist Andernach in aller Munde. Und „Andernach schmeckt“. Davon konnten sich Tausende von Besuchern der gleichnamigen Veranstaltung überzeugen, die auch in diesem Jahr - am 2. Juli - wieder angesagt ist. Denn hier dreht sich in der Bäckerjungenstadt alles um kulinarische Köstlichkeiten – gewürzt mit Kunst und Kultur.

Los ging’s im vergangenen Jahr im Schlossgarten mit dem Projekt „Lange Tafel“ der Ehrenamtsinitiative „Ich bin dabei“. Etwa 300 Teilnehmer waren mit von der Partie und deckten eine nahezu 130 Meter „Lange Tafel“ im herrlichen Ambiente des Schlossgartens. Gemeinsam mit den Organisatoren der ersten Veranstaltung aus den Reihen der Ehrenamtsinitiative stellte die Bürgerstiftung Andernach das jetzige Projekt auf die Beine. Bei den verschiedensten Speisen und Getränken saßen die Teilnehmer aus den verschiedensten Nationen zusammen. Ebenfalls im Schlossgarten präsentierte der Europäische Sozialfonds (ESF) im Rahmen seiner Tour verschiedene Projekte und Programmpunkte aus und um Andernach herum.

Auf die Besucher wartete außerdem eine historische Landwirtschaftsausstellung mit Vorführungen, Live-Musik, Wochenmarkt mit regionalen Produkten, eine Ausstellung mit alten Haustierrassen, eine Mal- und Druckaktion, ein Kräuterparcours, eine historische Traktormeile, das Oldtimertreffen und natürlich Köstlichkeiten in den verschiedensten Formen. Auch die Andernacher Einzelhändler waren an diesem Sonntag mit von der Partie und öffnen ihre Pforten. Außerdem gabt es zur „Essbaren Stadt“ spezielle Stadtführungen mit allen Infos und Hintergründen dazu. Das Programm für dieses Jahr wird noch erarbeitet und bald vorgestellt.

 

Bienen bevölkern die Essbare Stadt

Foto: Christoph Maurer

Andernach. Die Essbare Stadt Andernach hat Zuwachs bekommen. Neben den vielen Nutzpflanzen, den Hühnern und den Schafen bereichern jetzt auch Bienen das einzigartige Projekt Essbare Stadt. Im Rheintor stehen zwei Bienestöcke, deren Bewohner auch dafür sorgen, dass die Pflanzen der Essbaren Stadt bestäubt werden.

In der Rhein-Zeitung ist dazu folgender Bericht erschienen:

 

Bienen sind in der Essbaren Stadt eingezogen

 In diesem Jahr steht Getreide im Fokus –

35 Holzkisten mit Gemüse in der Stadt aufgestellt

Von unserer Redakteurin Yvonne Stock

Andernach. Die Bäckerjungensage lebt – nicht nur, weil sie regelmäßig aufgeführt wird. In der Rheintor-Mauer stehen jetzt zwei Bienenkästen. Die sind natürlich nicht zur Abwehr eines Angriffes aus Linz gedacht, sondern als Bestäuber Teil der Essbaren Stadt. Bei den Bepflanzungen steht in diesem Jahr Getreide im Fokus, erzählt Stadtökologe Lutz Kosack.

Ein Miesenheimer Imker hat die beiden Stöcke vorbereitet, die am Mittwoch trotz des schlechten Wetters stark umschwirrt waren. Zwei weitere sollen noch am Koblenzer Tor aufgestellt werden. Kosack berichtet begeistert von jungen Imkern, die die deutschen Großstädte für sich entdeckt haben – auch weil der Honig hier oft deutlich weniger als auf dem Land mit Pestiziden belastet ist. Genug Nahrung finden die kleinen Tierchen in der Stadt, sagt Kosack – der Krahnenberg gehört noch zum Anfluggebiet. Ganz nebenbei können die Führer – die im vergangenen Jahr über 100 Mal die Essbare Stadt gezeigt haben – den Interessierten mit auf den Weg geben, dass die hübschen gefüllten Blumen in ihren Gärten keinen Nektar für die hungrigen Bienen bieten. Ganz viel Nahrung bietet hingegen die Saatmischung, die im Sommer vor der Tiefgarage blüht. Weil so oft danach gefragt wurde, hat Kosack einen Sack Samen gekauft, der jetzt in Gartenportionen im FairRegioladen verkauft wird. Manchmal rufen ihn auch Gärtnereien an, die wissen wollen, was die Stadt an einer Stelle gepflanzt hat, weil ihre Kunden genau diese Sorte auch haben möchten.

Ebenfalls stark nachgefragt sind die bepflanzten Holzkisten – 35 von ihnen stehen verteilt in der Stadt. Jeweils in der Mitte hält in diesem Jahr ein Drahtgestell Getreide in Form. „Die Nachfrage ist höher als die Zahl der Kisten, die wir anbieten können.“ Denn in den Kisten steckt eine Menge Handarbeit. Beim Pflegen helfen oft die Anwohner, manches Mal auch die Ladeninhaber, freut sich Kosack.

Vor der Stadthausgalerie sind in diesem Jahr die Beete essbar bepflanzt. „Manch einer zupft sich dann noch ein Minzblättchen für sein Eis“, hat er beobachtet. Das passt zu seinem großen Ziel: die Versöhnung zwischen Mensch und Pflanzen. „Die meisten wissen rein rational, dass wir von Pflanzen abhängig sind, aber sie spüren es nicht mehr.“ Daran sollen auch Roggen, Weizen, Gerste und Hafer erinnern. „Es geht uns nicht darum, nur Mäusekino zu machen, sondern die komplexen Zusammenhänge darzustellen“, betont Kosack. Auf dem Weissheimer-Gelände sollten alte Sorten wie Emmer, Dinkel und Einkorn gezeigt werden. Aber wegen des milden Winters ist die Gründüngung nicht abgestorben und das Getreide nicht richtig durchgekommen, erzählt Kosack. Von solchen Rückschlägen lässt er sich nicht beeindrucken, für ihn ist das erste Mal ein Experiment, was klappt, wird verstetigt.

An der Schlossruine musste die derzeit achtköpfige Arbeitsgruppe Essbare Stadt, die sich einmal wöchentlich trifft, feststellen, dass das Gras Überhand genommen hat. Im nächsten Jahr soll der Boden dort aufgelockert werden und eine Blühwiese gesät werden, erzählt der Ökologe, der hier und da beim Gang mit der RZ durch die Stadt Unkraut entfernt – aber nur die Sorten, die sich allzu breitmachen. Wildpflanzen sind erwünscht, an vielen Stellen wird nur noch außen die Kante gemäht und der Rest bewusst wachsen gelassen, erzählt Kosack. Zum ersten Mal gibt es eine Ecke mit Brennnesseln – eine Heilpflanze, Futter für Schmetterlingsraupen und als Sud kräftigend für Pflanzen und gut gegen Unkraut, erklärt der Experte.

Ein Stück weiter wachsen die Weinstöcke – Kosack weist erneut darauf hin, dass sie eingehen, wenn alle Blätter entfernt werden. Daneben steht ein neues Insektenhotel von einem Miesenheimer. „Dass die Bürger der Stadt etwas schenken, finde ich genial“, sagt der Ökologe zufrieden, weil das Projekt wieder jemanden inspiriert hat, der Natur etwas Gutes zu tun (...)

(...)Den Honig von den Rheintorbienen will die Stadt übrigens als Präsent verteilen. Aber wenn das Experiment gelingt, kann sich Kosack eine Ausweitung vorstellen – wie so oft in der Essbaren Stadt.

 

Essbare Stadt im Wall Street Journal

Wall Street Journal

Das Interesse an der "Essbaren Stadt Andernach" ist nach wie vor riesig. Jetzt hat sich auch das Wall Street Journal dafür interessiert und einen Artikel veröffentlicht - natürlich in englischer Sprache. Den Artikel gibt es mit einem Klick...>>hier

 

 

Zeit Wissen-Preis für die Essbare Stadt Andernach

Hanburg-Andernach. Die Stadt Andernach ist für ihr Konzept „Essbare Stadt“ mit dem ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit in der Kategorie „Handeln“ ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. ZEIT WISSEN und die Initiative „Mut zur Nachhaltigkeit“ belohnen damit den innovativen Umgang mit Grünflächen der Stadt Andernach seit 2010. Nachhaltigkeit, Biodiversität und urbane Landwirtschaft: Nach diesen Ansprüchen wird das städtische Grün umgestaltet, um es nicht nur für die Augen, sondern auch für alle anderen Sinne als Lebensmittelpunkt erlebbar zu machen und den Bürgern einen Erholungsraum sowie Gemüsegarten zu bieten. Für die Jury wagt die Stadt damit einen „radikalen und neuen Blick auf die öffentliche Fläche“ und schafft gleichzeitig ein neues Bewusstsein für gemeinsames Eigentum und regionalen Anbau, denn an der Ernte darf sich jeder kostenlos bedienen, frei nach dem Motto „Pflücken erlaubt statt betreten verboten“. Klaus Wiegandt, Vorsitzender der Jury und Leiter der Stiftung Forum für Verantwortung: „Die basisdemokratische Bewegung in der Stadt Andernach zeigt, wie überraschend groß das Echo auf Nachhaltigkeitsfragen in der Stadt geworden ist.“ Übergeben wurde der Preis von Dr. h. c. August Oetker, Gesellschafter der Dr. August Oetker KG, im Rahmen des Nachhaltigkeitskongresses, auf dem Experten über die Zukunft der „global commons“, der globalen Gemeinschaftsgüter, diskutierten. Der „ZEIT WISSEN-Preis Mut zur Nachhaltigkeit“ zeichnet „Best-Practice“-Projekte zum Thema Nachhaltigkeit in den zwei Bereichen „Wissen“ und „Handeln“ aus. Mitglieder der Jury sind: Uta-Micaela Dürig (Robert Bosch GmbH), Prof. Dr. Lenelis Kruse-Graumann (Universität Heidelberg), Dr. h. c. August Oetker (Dr. August Oetker KG), Martina Sandrock (iglo GmbH), Andreas Sentker (ZEIT WISSEN), Prof. Dr. Friedrich von Borries (Hochschule für bildende Künste Hamburg), Dr. Antje von Dewitz (VAUDE Sport GmbH & Co. KG) und Prof. Dr. Harald Welzer (Stiftung Futurzwei).

Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten freut sich über diese besondere Auszeichnung und versichert: „Das Preisgeld werden wir selbstverständlich wieder für den Bereich Essbare Stadt einsetzen.“   

Weitere Informationen zum Nachhaltigkeitspreis gibt es im Internet unter www.mut-zur-nachhaltigkeit.zeit.de

 

 

Grüne Woche: Stadt zieht positive Bilanz

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Zehn Tage lang präsentierte sich die Essbare Stadt Andernach auf der weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau – der Grünen Woche in Berlin. Die Resonanz der Besucher auf das in Deutschland einzigartige Projekt war enorm: „Das müssen wir auch bei uns machen“, „das ist die Zukunft“, „einfach eine tolle Idee“ – so lauteten die Kommentare der Besucher des Andernach-Stands. Gerne nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich gemütlich in „Klein Andernach“ mitten in Berlin niederzulassen, ein leckeres Picknick zu genießen oder einfach nur auszuruhen. Natürlich informierten sich die meisten Besucher ausführlich über das Projekt Essbare Stadt. Am Ende des letzten Messetages konnten sich dann die Besucher ein Stückchen der Essbaren Stadt mit nach Hause nehmen. Denn die Pflanzen, Kräuter und Obststräucher, die zehn Tage lang am Andernach-Stand blühten, wurden an die Besucher verschenkt.

Auch Oberbürgermeister Achim Hütten ist rundum zufrieden mit dem Andernacher Auftritt in Berlin: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – egal ob aus Verwaltung, Bauhof oder Perspektive -  sind wirklich über sich hinausgewachsen und haben unglaubliches geleistet.“  Sie haben dafür gesorgt, dass Andernach und die Essbare Stadt jetzt einem riesigen Publikum aus der ganzen Welt bekannt ist. „Wenn man bedenkt, dass von den 400.000 Menschen, die die Messe insgesamt besucht haben, etwa die Hälfte auch in Halle 9 und damit am Andernach-Stand waren, dann stehen unsere Aufwendungen und der Nutzen in einem mehr als gesunden Verhältnis. Diese Werbung für die Stadt ist unbezahlbar“, so Hütten.

Mittlerweile sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder in Andernach. Auch der fahrbare Schulgarten, das Hühnerhaus, die Litfasssäulen, das Stadtmauer-Transparent und die vielen Dinge mehr, die in Berlin für den Stand notwendig waren, sind wieder sicher in der Bäckerjungenstadt angekommen. Und neben den positiven Erinnerungen, den zahlreichen Anstößen und Anregungen, dem Lob und die Anerkennung, die Andernach von den zahlreichen Besuchern bekommen hat, ist die Lenné-Medaille, die renommierteste Auszeichnung für Gartenbau, das sichtbare Zeichen für den großen Erfolg in Berlin.

 

Andernach verschenkt Bäume an Berliner Schulen

übergabe

Berlin/Andernach. Ein bisschen Essbare Stadt bleibt in Berlin. Denn Andernach hat die Obstbäume und Büsche, die während der Grünen Woche am Andernach-Stand blühten, sowie zwei der großen Obstkisten an Berliner Schulen verschenkt. Während der Übergabe der Gewächse auf der großen Bühne in der Blumenhalle lobte Helmut Kremer-Danielson, Leiter des Schul-Umwelt-Zentrum Mitte (Berlin),  die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Stadt Andernach. Kremer-Danielson wird nun die Bäume an Berliner Schulen aufteilen. Auf jeden Fall sollen einige Gehölze auf die Schulinsel Scharfenberg. Der renommierte Landschaftsarchitekt Professor Dr. Klaus Neumann hatte angeregt, dass dort eine Art essbare Schulinsel entstehen sollte. „Das Saatkorn für ein solches Projekt ist mit den Bäumen aus Andernach jedenfalls gelegt“, sagte Neumann.

Auch Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten freut sich, dass Andernach die Möglichkeit geboten wurde, sich auf der Grünen Woche zu präsentieren und mit den Bäumen ein kleines Stückchen der Essbaren Stadt in Berlin bleibt. In einem Grußwort ließ er ausrichten: „Wir schenken gerne unsere Obstbäume an Berliner Schulen, in der Hoffnung, dass so ein Stückchen unserer Essbaren Stadt auch in der Bundeshauptstadt aufblüht, Früchte trägt und abgeerntet wird – ganz im Sinne unserer Projekts . Vielleicht sind die Bäume auch ein Anstoß dafür, dass an den Schulen etwas Ähnliches wie in unserer Stadt entsteht – warum denn kein essbarer Schulhof?“

 

Essbare Stadt: Andernach mit Lenné-Medaille ausgezeichnet

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Hohe Auszeichnung für die Stadt Andernach: Während der Grünen Woche in Berlin ist der Stadt bei einem Festakt die renommierteste Auszeichnung für Gartenbau und Gartenkultur in Deutschland, die Lenné-Medaille, verliehen worden. Vor etwa 200 geladenen Gästen, darunter Vertreter der Verwaltung und Mitglieder des Andernacher Stadtrats, überreichte der Vorsitzende der Lenné-Akademie, Dr. Hans-Hermann Bentrup, die hoch angesehene Medaille an Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten.

Bentrup eröffnete zuvor den Festakt in der Halle 9 (Blumenhalle) und hob hervor, dass Andernach mit der Essbaren Stadt ein Leuchtturmprojekt geschaffen habe. „Wir zeichnen heute kein Luftschloss und keine Träumerei, sondern etwas ganz Reales, etwas mit der Hand Greifbares aus“, betonte Bentrup. Klaus Neumann, Professor für Landschaftsarchitektur an der Technischen Hochschule Berlin und Vorstandsmitglied der Lenné-Akademie, lobte das Projekt aus Andernach in den höchsten Tönen. Andernach sei in die gärtnerische Champions-League aufgestiegen. „Andernach ist mehr als eine Stadt, in der man ernten kann, es ist eine Arche Noah für fast vergessene Arten“, sagte Neumann. Andernach sei die Stadt der Zukunft und eine himmlische Stadt, in der sich die Menschen wohlfühlten und die sie als ihre Heimat ansehen. Das Projekt Essbare Stadt bezeichnete er als ein Paradebeispiel dafür, wie sich Städte entwickeln müssten.

Achim Hütten freute sich riesig über die hohe Auszeichnung und gab das große Lob direkt weiter: „Ohne den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Verwaltung, Bauhof und Perspektive wäre das alles nicht möglich gewesen. Dann ständen wir weder hier auf der Bühne in Berlin, noch wären wir auf der Grünen Woche, noch hätten wir eine Essbare Stadt.“ Hütten warb dafür, dass man Visionen zulassen müsse – nur so könne man erfolgreich sein. „Und dann brauchen wir auch ein neues Denken, um die Visionen Wirklichkeit werden zu lassen“, sagte Hütten.

Zum Abschluss der Festveranstaltung sagte Staatssekretär a.D. und Stadtältester von Berlin, Gerhard Naulin, dass Andernach ein gutes Beispiel für Berlin sei. „Wohlfühlen ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit – und ohne Grün geht das nicht“, so Naulin, der die Essbare Stadt ebenfalls als Wegweiser künftiger Stadtentwicklungen sieht.

 

Stadtratsfraktionen begeistert von Andernach-Stand

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Vertreter der Andernacher Stadtratsfraktionen schauten am Dienstag in Berlin auf der Grünen Woche vorbei, um den Stand der Essbaren Stadt zu besuchen. Die Fraktionsvorsitzenden Gerhard Masberg (CDU), Hartmut Dressel (FWG), Ulrike Linhsen (Grüne) sowie der Landtagsabgeordnete Marc Ruland für die SPD waren begeistert von dem Stand und von der damit verbundenen Präsentation des Projekts Essbare Stadt. Bei einem gemütlichen Picknick in Halle 9 mit Oberbürgermeister Achim Hütten und Bürgermeister Claus Peitz bestätigten die Stadtratsvertreter, dass es die richtige Entscheidung war, dass sich die kleine Stadt Andernach auf der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft in der Bundeshauptstadt präsentiert.

Großer Appetit auf die Essbare Stadt

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Tag Fünf der Grünen Woche in Berlin: Seit Montag hat der Winter die Bundeshauptstadt fest im Griff. Eisige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, und seit Dienstagmorgen schneit es auch noch. Aber in der Halle 9 scheint die Sonne – vor allem über dem Stand der Essbaren Stadt Andernach. Strahlende Gesichter, blühende Blumen, duftende Kräuter und jede Menge interessierte Besucher, die Tag für Tag das Vorzeigeprojekt aus der Bäckerjungenstadt bestaunen.

Das Team am Andernach-Stand schmiert Probierhäppchen am Fließband, erklärt und erläutert, was es mit der Essbaren Stadt auf sich hat, gibt Pflanz- und Gartentipps und knüpft Kontakte in alle Welt. „Das ist schon gigantisch hier“, freuen sich auch der städtische Ökologe Lutz Kosack und der Geschäftsführer der Perspektive, Karl Werf, die zu den Vätern der Essbaren Stadt gehören.

Im Schutz der Messehalle sind mittlerweile auch die zahlreichen Obstbäume aufgeblüht und verströmen einen herrlichen Duft. Blumen, Salat, Kräuter, Kohl und Konsorten gedeihen nach wie vor  prächtig – nur der natürliche Rollrasen, der am Andernach-Stand verlegt wurde, hat nach etwa 100.000 Besuchern ein bisschen gelitten, hält aber der großen Beanspruchung stand. Schließlich muss er noch bis Sonntag, dem Messeende halten.

Heute Abend ist die Stadt auf eine große Preisverleihung eingeladen. Alle erwarten mit großer Spannung, ob Andernach vielleicht eine Auszeichnung erhält. Ob’s geklappt hat, das lesen Sie morgen an dieser Stelle.

 

Essbare Stadt: Kleine Oase im Messerummel

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Tag vier der Grünen Woche in Berlin. Und die Begeisterung der Besucher des Andernach-Stands, an dem das Projekt Essbare Stadt auf der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft präsentiert wird, reißt nicht ab. Die kleine Oase mitten im Messerummel wird von den Besuchern gerne und dankbar genutzt. Denn hier gibt’s leckeres haugemachtes Picknick in entspannter Atmosphäre.

Im Gespräch mit den Gästen stellt sich schnell heraus, dass die kleine Stadt Andernach bereits einen riesigen Bekanntheitsgrad hat – Geysir, Geschichte und Essbare Stadt sind zahlreichen Messebesuchern nicht unbekannt.

Hier kommen Reaktionen und Zitate:

 

Besucherreaktionen:

 

„Ick hab dette schon im Fernsehn gegickt – tolle Sache. Schade, dat unsere dette nich machen.“

„Darf ich Ihnen mein Kompliment aussprechen. Das ist die Zukunft, was ihr hier macht.“

„Ihr seid wirklich eine essbare Stadt? Wie schmeckt denn eure Stadtmauer?“

„Aaaaach – hier ist es aber angenehm – mal keine Hektik.“

„Ich hab schon so viel von eurem Projekt gehört. Aber wo liegt Andernach eigentlich? Da muss ich hin.“

„Ich bewundere euer Ding. Aber bei uns – ich komm aus dem Schwabenland – ist das bestimmt nicht möglich. Hier muss immer Ordnung herrschen und alles akkurat geschnitten sein.“„Wie kommt man nur auf so eine tolle Idee?“

Der Gärtner der Messe, der sich abends um die Pflanzen kümmert: „Eins muss ich mal sagen: Eure Ecke ist die schönste in der ganzen Halle – alles so stimmig und natürlich… Ich bin begeistert, und sitze, wenn ich hier fertig bin, gerne noch ‚ne halbe Stunde hier und entspanne.“

 

 

 

„Essbare Stadt“ schmeckt Berlinern und Besuchern

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Die Essbare Stadt“ Andernach hat einen tollen Auftakt in Berlin hingelegt. Etwa Hunderttausend Besucher der weltweit größten Messe für Ernährung und Landwirtschaft, der Grünen Woche, haben während der ersten drei Messetage den Stand aus Andernach in der Blumenhalle (Halle 9) besichtigt, erschmeckt und erlebt. Und das Echo ist fantastisch: Ob Minister, Präsidenten, Gärtner, Hausfrauen, Kinder, Fachbesucher oder einfach nur Interessierte – allen schmeckt die „Essbare Stadt“, die sich auf der Grünen Woche auf 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche quasi in Miniaturform präsentiert.

Vor der Kulisse der nachempfundenen Stadtmauer gedeihen Kräuter, Tomaten, Obstbäume, Wein, Salat und vieles mehr – ganz wie im Original in der Bäckerjungenstadt. „Wie schützt ihr denn eure Pflanzen, damit sie niemand stiehlt – habt ihr da Zäune“, lautet eine häufig gestellte Frage. Und die Antwort können viele zunächst nicht ganz glauben oder sind total verblüfft. Denn dass in Andernach das Motto gilt „Pflücken erlaubt – statt Betreten verboten“, kommt vielen Besucherinnen und Besuchern einer Revolution gleich. Kaum jemand mag glauben, dass es so gut wie keinen Vandalismus gibt. Kaum jemand hat je davon gehört, dass man sich auf öffentlichen Grünflächen einfach so bedienen darf. Alle sind total begeistert davon, dass Tomaten Tulpen und Reben Rosen ersetzen, und jeder ernten darf.

Sogleich nutzen viele Messebesucher die Gelegenheit, sich in der Picknick-Oase des Andernach-Stands gemütlich auf den hölzernen Weinkisten niederzulassen, um die köstlichen  Wurstvarianten, die von der Perspektive aus dem Fleisch der Schweine von der Permakultur hergestellt worden sind, leckere frische Äpfel und ein Stück Brot zu genießen, um dem riesigen Messerummel einmal kurz zu entfiehen und um neue Kräfte für einen anstrengenden Tag zu sammeln. Die Picknick-Oase ist einer der Renner auf der Grünen Messe. Experten und Hobbygärtner sind fasziniert von dem Emsemble, das städtische Gärtner und Mitarbeiter der Perspektive in tagelanger harter Arbeit so liebevoll hergerichtet haben. Entsprechend stolz ist Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten auf seine Truppe: „Es ist einfach unglaublich, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da auf die Beine gestellt haben. Ich bin einfach überwältigt.“

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Stand selbst sind mit Herzblut bei der Sache – egal wie viele Stunden der Tag schon alt ist. Sie servieren herrlich leckere Picknick-Arrangements, erklären das Projekt der „Essbaren Stadt“ und vieles mehr.

Den Hingucker in der Blumenhalle haben natürlich auch Politikerinnen und Politiker im Blick. Und so fühlten sich die rheinland-pfälzische Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken samt Mitarbeiter, deren Ministerium den Auftritt der Stadt Andernach in Berlin finanziell ebenso unterstützt wie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Mayen-Koblenz, pudelwohl in der Picknick-Oase. Bei einem guten Gläschen Leutesdorfer Wein und den Wurstspezialitäten genossen sie die herrliche Atmosphäre. Auch Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, war vom Andernach-Stand und natürlich von dem Projekt begeistert.

Auch am dritten Messetag strömten die Besucher gleich nach Messebeginn in die Miniaturausgabe der Essbaren Stadt…

 

Besondere Auszeichnung für die Essbare Stadt

Foto: Christoph Maurer

Berlin/Andernach. Im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2013/14 ist die Stadtverwaltung Andernach für ihr Projekt „Andernach – Die essbare Stadt“ als einer von 100 Preisträgern ausgezeichnet worden. Zum Thema „Ideen finden Stadt“ liefert das Projekt in der Kategorie Gesellschaft eine Antwort auf die Frage, wie öffentliche Parks zu Obst- und Gemüsegärten für die Einwohner werden können.
„Pflücken erlaubt“ statt „Betreten verboten“ heißt es in Andernach. Ob Erdbeeren, Salat oder Zwiebeln: Die Stadtverwaltung lässt überall Gemüse, Obst und Kräuter anbauen – und jeder darf sich bedienen. So werden öffentlichen Parks und Grünanlagen zum Garten für die Bürger. Die öffentlichen Nutzpflanzen zeigen, wie man sich gesund ernährt und steigern die Wertschätzung für regionale Lebensmittel. Ob jäten oder ernten: Jeder darf mitmachen.
Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank zeichnen im Rahmen des Wettbewerbs gemeinsam Ideen und Projekte aus, die Lösungen für die Herausforderungen der Städte und Regionen von morgen bereithalten. Rüdiger Noack, Marktgebietsleiter der Deutschen Bank Wiesbaden, überreichte Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten die Auszeichnung als „Ausgezeichneter Ort 2013/14“ und betonte: „Andernach zeigt auf außergewöhnliche Art und Weise, wie in einer modernen Stadt Landwirtschaft betrieben werden kann. Gleichzeitig fördert das Projekt den Gemeinschaftssinn und macht die Stadt lebens- und liebenswerter.“
Hütten kommentierte die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, ein ‚Ausgezeichneter Ort‘ im Land der Ideen zu sein und damit eine Lösung für das Leben in der Stadt von morgen aufzeigen zu können. Diese besondere Auszeichnung zeigt uns, dass wir mit unserer Essbaren Stadt absolut auf dem richtigen Weg sind. Und ich freue mich sehr, dass aus einer kleinen Idee am Anfang ein so erfolgreiches und vielfach ausgezeichnetes Vorzeigeprojekt geworden ist.“ Hütten dankte den kreativen Köpfen in der Verwaltung und den zupackenden sowie engagierten Frauen und Männern der Perspektive, eine gemeinnützige Beschäftigungsgesellschaft, ohne deren Einsatz das Projekt nicht hätte verwirklicht werden können. Und dann hätte Andernach sicherlich nicht die Möglichkeit, sich Mitte Januar kommenden Jahres auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin in der begehrten Halle 9 zu präsentieren, die von mehr als einer halben Million Besuchern frequentiert wird. „Hier haben wir die einmalige Chance, unsere schöne Heimatstadt noch bekannter zu machen und unser einmaliges Projekt vor Besuchern aus der ganzen Welt zu präsentieren“, freut sich Andernachs Oberbürgermeister.
„Unsere ausgezeichneten Ideen haben das Potenzial, zu einem Markenzeichen für den Standort zu werden. Sie sind unsere wichtigsten Rohstoffe. Deswegen wollen wir sie sichtbar machen“, begründete Rüdiger Noack das langjährige Engagement der Deutschen Bank im Wettbewerb. Aus rund 1.000 Bewerbungen wählte die Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern gemeinsam mit einem vierköpfigen Fachbeirat die Stadtverwaltung Andernach als Preisträger aus.

 

Lebenswerte Stadt: Andernach ist Gesamtsieger

OB Achim Hütten nimmt in Leipzig den Preis entgegen.

Andernach/Leipzig. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und die Stiftung „Lebendige Stadt“ haben die Stadt Andernach für die nachhaltige Umgestaltung seiner Grünanlagen als Gesamtsieger des Wettbewerbs „Lebenswerte Stadt“ ausgezeichnet. Die Stadt am Mittelrhein hatte im vergangenen Jahr ihr Projekt „Essbare Stadt“ eingereicht und konnte sich neben fünf weiteren Kommunen gegen bundesweit 154 Bewerberprojekte durchsetzen. Andernach erhält für die Auszeichnung ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro. Die Auszeichnungsfeier fand im Neuen Rathaus in Leipzig statt.

Mit seinem Projekt „Essbare Stadt“ macht Andernach aus seinen Parkanlagen begehbare Gärten und ergänzt die gewohnten Grünflächen durch sowohl leckere als auch dekorative Gemüsearten. „Das Andernacher Konzept ist schon allein wegen seiner Einfachheit brillant: der Stadt gelingt ohne aufwendige Baumaßnahmen eine Aufwertung seiner Grünanlagen. Durch die Wahl von essbaren Pflanzen wurde dem öffentlichen Grün eine Multifunktionalität verliehen, die bei der Bevölkerung sehr gut ankommt. Selten wurde mit so einfachen Mitteln so viel bewegt. Aber auch die anderen Bewerberprojekte dokumentieren, mit welcher Kreativität man sich in den Städten für ein attraktives Lebensumfeld engagiert. Das ist Best-practice pur“, so Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“.

„Anfangs herrschte in Andernach natürlich auch Skepsis. Doch relativ schnell wandelte sich die Stimmungslage hin zum absolut Positiven. Vor allem, weil jetzt Bereiche der Stadt, die früher weniger attraktiv waren, aufgewertet worden sind. Uns geht es darum Blühräume nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern vor allem für die Menschen zu schaffen, in denen sie sich wohlfühlen, in denen sie sich entfalten – in denen sie eben aufblühen können“, erläutert Achim Hütten, der Oberbürgermeister von Andernach. Gemeinsam mit der Langzeitarbeitslosen-Qualifizierungsgesellschaft Perspektive GmbH habe man auch ein umfangreiches berufsqualifizierendes Angebot gestrickt. Die hierüber beschäftigten Langzeitarbeitslosen leisteten wertvolle Arbeit in Andernach. So sei die Essbare Stadt wirklich zu einem gesamtstädtischen Konzept geworden, das Menschen jeden Alters und aus allen Bevölkerungsschichten anspricht und mitnimmt.

Neben Andernach wurden auch die Städte Arnsberg, Bad Hersfeld und Sondershausen, sowie die Bezirke Berlin-Pankow und Hamburg-Mitte als „Lebenswerte Städte“ ausgezeichnet. Alle diese Preisträger erhalten ein Preisgeld von jeweils 3.000 Euro. Anlässlich des in Leipzig stattfindenden Fachkongresses „Grün, schön und lebendig – Das Potential von Stadtnatur für eine lebenswerte Stadt“ berichten die Siegerprojekte von ihren Erfahrungen und diskutieren mit Kommunalvertretern aus dem ganzen Bundesgebiet.

„Alle sechs Siegerprojekte zeigen, dass Erholung im Grünen mitten in der Stadt nicht nur möglich, sondern stadtplanerische Messlatte ist. Eine sinnvolle und kreative Grünflächenplanung gehört zu modernen Stadtentwicklungskonzepten einfach dazu. Und sie bezieht die Menschen vor Ort aktiv mit ein. So arbeiten Lokalpolitik, Verwaltung und Bürgerschaft gemeinsam daran, dass unsere Städte auch in Zukunft lebenswert bleiben“, so Harald Kächele, Bundesvorsitzender der DUH.

Andernach ergänzt die gewohnten Grünflächen und Blumenrabatten in den Stadtparks mit Zucchini, Mangold und anderen Gemüsearten. Die Bürgerinnen und Bürger packen bei der Beetpflege und der Ernte selbst mit an. So hat sich das Stadtbild positiv verändert.

Hintergrundinformationen zum Wettbewerb

Deutsche Umwelthilfe und Stiftung „Lebendige Stadt“ riefen Städte und Gemeinden zur Teilnahme am Wettbewerb „Lebenswerte Stadt – Natur und städtisches Leben ohne Widerspruch“ auf. Gesucht wurden kreative Stadtentwicklungsprojekte, die städtisches Grün fördern und dabei die Bevölkerung aktiv einbeziehen. Die Natur ist ein zentrales Element für Umwelt- und Lebensqualität in unseren Städten und Gemeinden. Stadtnatur bietet den Stadtbewohnern Raum für Spiel, Sport und Erholung und leistet damit einen wichtigen Beitrag, das Wohn- und Arbeitsumfeld lebenswert zu gestalten. Gleichzeitig bietet Stadtnatur Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten. Urbaner Natur- und Artenschutz steht dabei nicht im Widerspruch zu Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Im Gegenteil: Stadtgrün ist sogar ein wichtiger Standortfaktor. Aus den eingereichten 160 Projekten wurden sechs Siegerprojekte ausgewählt und ausgezeichnet. Nun wurde aus den sechs Siegerkommunen Andernach als Gesamtsieger gekürt. Die Stiftung „Lebendige Stadt“ hat den Gesamtpreis mit 30.000 Euro dotiert, wobei der Gesamtsieger ein Preisgeld von 15.000 Euro und die übrigen Gewinner je 3.000 Euro erhalten.

Weitere Informationen zu den Siegerprojekten finden Sie im Internet unter
http://www.duh.de/3787.html

Essbare Stadt: Kongress war großer Erfolg

Andernach. "Urban Green Card - die Essbare Stadt Andernach", war Thema eines Kongresses in der Bäckerjungenstadt. Mehr als 120 Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland waren dabei, als es in Fachvorträgen und Diskussionen um die Potenziale der Urbanen Landwirtschaft ging (alle Referate finden Sie als Download im Programm hinter den Referentennamen auf dieser Seite). Die „Essbare Stadt Andernach“ hat in den vergangenen Jahren bereits eine Vielzahl von Erfahrungen gesam­melt und Konzepte der urbanen Landwirtschaft in ein nachhaltiges Grundkonzept der städtischen Grünraumpla­nung integriert. Die Resonanz dieser neuen Wege war enorm. Ziel war es, gemeinsam die Möglichkeiten der Übertragung solcher Konzepte auf an­de­re Städte und Gemeinden zu diskutieren. Insbesondere wurde dabei der Schwer­punkt auf folgende Aspekte gelegt: 

·    Wie sind Konzepte der Urbanen Landwirtschaft zu organisieren?

·    Wie können innovative Maßnahmen im öffentlichen Raum in die meist angespannten Haushaltssituationen eingepasst werden?

·    Wie wird sich die Urbane Landwirtschaft weiter entwickeln?

·    Welche Akteure können hier zielführend mit eingebunden werden?

·    Welche Flächen- und Ressourcenpotenziale können ausgeschöpft werden?

·    Wie sieht die Zukunft des öffentlichen Grüns aus? 

 

Das Programm: 

Moderation: Heike Boomgaarden 

Donnerstag:

9.30 Uhr, Begrüßung: Oberbürgermeister Achim Hütten 

9.45 Uhr, Lutz Kosack, Diplom-Geoökologe bei der Stadtverwaltung Andernach: Die Essbare Stadt >>Referat 

10.30 Uhr, Werner Ollig, Leiter der Gartenakademie Rheinland-Pfalz: Lebens-Mittel-Punkte in der Stadt. Wie geht das? >>Referat

11 Uhr, Bärbel Oftring, Autorin, Natur tut gut

Pause 

11.45 Uhr, Impulsreferate:

Joachim Ollig, Agentur für Events, Kommunikation und Klimaprojekte: Wie der Kongress „Essbare Stadt" seine Klimabilanz einlöst. >>Referat

Viola Krug-Gbur, Projektleiterin Entente Florale: Eine Stadt blüht auf >>Referat

Dr. Wolfgang Röser, Terracine GmbH - Umweltsicherung und Landwirtschaft: Stoffstrommanagement in der Stadt >>mehr

12.30 Uhr, Prof. Dr. Cassian Schmidt, Leiter Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim und Professor FH Wiesbaden in Geisenheim "Pflanzenverwendung":Attraktive Pflanzungen im öffentlichen Grün - Möglichkeiten, Etablierung und Pflege >>Referat 

13.15 Uhr, Mittagsimbiss

13.30 Uhr, Pressekonferenz

14.30 Uhr, Exkursion „Essbare Stadt“

                 Exkursion „Permakultur Andernach-Eich“ 

18.30 Uhr, Besuch des Kaltwasser-Geysirs in Andernach-Namedy inkl. Schiffsfahrt

19.30 Uhr, Buffet und gemeinsame Diskussionen auf dem Geysir-Schiff

 

Freitag:

9.30 Uhr, Prof. Dr. Klaus Neumann, Beuth Hochschule Berlin - Technischer Garten- und Landschaftsbau: Urbane Grün- und Freizeiträume - Vom Kosten- zum Nutzenfaktor >>Referat 1. Teil >>2. Teil

10.15 Uhr, Dr. Ute Arnold, Universität Bonn - INRES - Institut für Nutzpflanzenwisseschaften und Ressourcenschutz: Ressourcenoptimierung in der Stadt durch Urbane Landwirtschaft >>Referat

Pause

11.45 Uhr, Friedrich Hachenberg, Planungsbüro Stadt-Land-plus: Die Essbare Stadt der Zukunft >>Referat

12.30 Uhr, Abschlussdiskussion

13.30 Uhr, Ende der Veranstaltung

 

Andernach als lebenswerte Stadt ausgezeichnet

Andernach. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) und die Stiftung „Lebendige Stadt“ haben Andernach für ihre vorbildliche Umgestaltung seiner Parkanlagen als „Lebenswerte Stadt“ im Historischen Rathaus der Bäckerjungenstadt ausgezeichnet. Andernach hatte sein Projekt „Essbare Stadt“ im Wettbewerb „Lebenswerte Stadt “ eingereicht und konnte sich neben fünf weiteren Kommunen gegen 154 Bewerberprojekte aus ganz Deutschland durchsetzen. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro verbunden.

„Bei einer integrierten Siedlungs- und Städtebaupolitik gehen Ökologie, Ökonomie und Soziales Hand in Hand. Hierzu gehört auch eine sinnvolle und kreative Grünflächenplanung. Denn diese hat positive Auswirkungen auf die Lebensqualität in unseren Städten und ist damit ein nicht zu vernachlässigender Standortfaktor“, so Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“, der seine Grüße nach Andernach übermitteln ließ. Vertreterinnen und Vertreter der DUH und der Expertenjury besuchen die sechs Gewinner des Wettbewerbs, um die Projekte vor Ort zu begutachten. Andernach ist dabei die zweite Station. Im Frühjahr 2013 gibt die Jury dann in Leipzig den Gesamtsieger bekannt, der ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro der Stiftung „Lebendige Stadt“ erhält.

Mit seinem Projekt „Essbare Stadt“ macht Andernach aus seinen Parkanlagen begehbare Gärten und ergänzt die gewohnten Grünflächen durch Zucchini, Mangold und andere Gemüsearten. Deren genetische Vielfalt in der Landwirtschaft stellt die Stadt jedes Jahr anhand einer ausgewählten Gemüseart dar. So wurden im Jahr 2010 101 Tomatensorten, ein Jahr darauf 100 Bohnensorten und in diesem Jahr 20 Zwiebelsorten angepflanzt.

„Die Bürgerinnen und Bürger sind keine Zaungäste. Im Gegenteil: Wir ermuntern sie dazu, die Beete zu betreten, das Wachstum von Grünkohl und Co. zu beobachten und am Ende auch zu ernten und zu kosten. Das stößt bei den Bewohnern auf große Beliebtheit“, sagte der Andernacher Oberbürgermeister Achim Hütten in seiner Begrüßung vor Ort.

Der Bundesvorsitzende der DUH, Prof. Harald Kächele, ergänzt: „Urbanes Gärtnern ist derzeit in vielen Städten Deutschlands groß im Kommen. Aber das Konzept von Andernach ist einzigartig. Denn es spricht alle Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner an und ruft sie bei jedem Spaziergang dazu auf, selbst zu säen und zu ernten und dadurch das Stadtbild auf positive Art und Weise zu verändern.“

Weitere Informationen zum Wettbewerb, zur „Essbaren Stadt Andernach“ und der Expertenjury finden Sie im Internet unter www.duh.de/lebenswertestadt.html. Hier stehen ab 15. November 2012 um 18:00 Uhr Bilder von der Auszeichnung in Andernach zum Herunterladen bereit.

Hintergrund: Der Kommunalwettbewerb „Lebenswerte Stadt“ steht unter der Schirmherrschaft von Bundesminister Dr. Peter Ramsauer und soll verdeutlichen, dass zu einer ausgewogenen kommunalen Stadtentwicklungs- und Stadterneuerungspolitik eine kluge und bürgernahe Grünflächenplanung gehört und die Bürger vielfältig davon profitieren.

Grünflächen innerhalb eines innerstädtischen Quartiers haben zahlreiche positive Effekte: Sie bieten Raum für Erholung und sportliche Betätigung, bringen Kühlung, leisten einen wichtigen Beitrag für die Luftreinigung, sind Orte der Begegnung und Identifikation sowie unschätzbare Spielplätze für Kinder.

Und nicht zuletzt hat das urbane Grün eine immense Bedeutung für den Natur- und Artenschutz: Durch die Zerschneidung der freien Landschaft und intensive Bewirtschaftung sind die urbanen Räume in Mitteleuropa inzwischen zu den Hotspots der Artenvielfalt geworden und spielen eine herausragende Rolle in der Erreichung der Ziele der Europäischen Kommission, bis 2020 den anhaltenden Artenverlust innerhalb der EU-Mitgliedstaaten zu stoppen.

Mit dem Wettbewerb „Lebenswerte Stadt“ tragen Deutsche Umwelthilfe und Stiftung „Lebendige Stadt“ das Thema der ökologischen Stadtentwicklung deutschlandweit an mehr als 20.000 politische Entscheidungsträger und Experten auf kommunaler Ebene heran. Die Verleihungsfeier findet im Frühjahr 2013 in Leipzig statt. Das Gesamtpreisgeld von 30.000 Euro stiftet die Stiftung „Lebendige Stadt“.

Die Expertenjury

-         Christa Böhme, Deutsches Institut für Urbanistik

-         Gerhard Fuchs, Stiftung „Lebendige Stadt“

-         Dr. Manfred Fuhrich, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

-         Ute Kreienmeier, Deutscher Städte- und Gemeindebund

-         Prof. Dr. Frank Lohrberg, RWTH Aachen

-         Prof. Dr. Dittmar Machule, Stiftung „Lebendige Stadt“

-         Robert Spreter, Deutsche Umwelthilfe e.V.

-         Axel Welge, Deutscher Städtetag

-         Peter Werner, Kompetenznetzwerk Stadtökologie - CONTUREC

-         Albert Wotke, Deutsche Umwelthilfe e.V.

 

Entente Florale: Gold für Andernach

Andernach/Mainz. Riesenjubel bei der Andernacher Abordnung während der Preisverleihung des Bundeswettbewerbes Entente Florale im ZDF-Fernsehrgarten in Mainz: Die Bäckerjungenstadt hat mit ihrem Kozept "Essbare Stadt" die Jury erneut überzeugt und nach 2010 erneut die Goldmedaille gewonnen. Doch damit nicht genug: Auch der Sonderpreis des Bundesverbandes Zierpflanzen ging an die Bäckerjungenstadt. Die Verbindung von herrlich blühenden Gewächsen, die man darüber hinaus auch essen kann, und die die Bürger pflücken dürfen, war für den Bundesverband das entscheidende Kriterium, die hohe Auszeichnung der Bäckerjungenstadt zu verleihen.

Nicht nur während der Begehung der Stadt durch die Jury vor wenigen Wochen hatte sich Andernach enorm ins Zeug gelegt. Auch bei der Preisverleihung in Mainz zeigten die Andernacher, was sie drauf haben. Eine festlich gedeckte Tafel mit allem Essbaren, was in der Stadt wächst, wurde den Besuchern präsentiert. Die freuten sich über frische Äpfel, Möhren oder auch die Andernacher Kräutermischung. Auf den gemütlich eingerichteten Pick-Nick-Ecken verschnauften die Besucher auch mal gerne angesichts der hochsommerlichen Temperaturen. Und ein glücklicher Oberbürgermeister Achim Hütten gab geduldig ein Interview nach dem nächsten. Denn auch die Medien stürtzten sich regelrecht auf das deutschlandweit einzigartige Projekt "Essbare Stadt".