© Impressum    Drucken Drucken    Downloads Downloads    Englisch

„Coffee to go“: Mitgebrachter eigener Becher spart Geld und schont die Umwelt

Foto: Christoph Maurer

Andernach ist bei Müllvermeidungs-Initiative „BecherBonus“ mit dabei

Andernach. Der Kaffee für unterwegs – „Coffee to go“ – erfreut sich seit Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Doch der schnelle Wachmacher zum Mitnehmen hat auch seine Schattenseiten. Laut Schätzungen werden derzeit bundesweit alleine für Heißgetränke rund 2,8 Milliarden Becher pro Jahr verbraucht. Diese Wegwerfbecher verursachen in Deutschland jedes Jahr circa 40.000 vermeidbare Tonnen Müll. Deshalb hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium eine Idee aus Hessen übernommen: Den „BecherBonus“. Und Andernach ist mit von der Partie.
So funktioniert das Projekt: Wer seinen eigenen Becher in ein teilnehmendes Geschäft wie beispielsweise eine Bäckerei oder einen Kiosk mitbringt und diesen befüllen lässt, erhält einen Preisnachlass. In Andernach machen jetzt schon neun Betriebe mit: In der „Geysir Kaffeebar“ im Geysir-Zentrum gibt es 20 Cent Nachlass auf jedes Heißgetränk, die drei Filialen der Bäckerei Höfer (Hit-Markt, am Kaufland und in der City) gewähren ebenso wie die beiden Filialen der Bäckerei Gemein in der Stadt einen Nachlass von 10 Prozent, der Kiosk am Bahnhof und das „Haus der Familie“ ziehen 10 Cent vom Normalpreis ab und das „Café Arte“ in der Konrad-Adenauer-Allee 20 Cent.
Oberbürgermeister Achim Hütten freut sich, dass die Initiative schon jetzt von so vielen Betrieben unterstützt wird: „Das ist nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Müllvermeidung, sondern auch ein Denkanstoß für uns alle, dass wir umweltbewusst handeln.“

Wer sich über die Initiative informieren oder dabei mitmachen möchte, der wendet sich an die Klimaschutzmanagerin der Stadtverwaltung Andernach, Constanze Höllfritsch, Läufstraße 11, 56626 Andernach, Tel.: 02632/922-241, E-Mail constanze.hoellfritsch@andernach.de

 

Hochwasser: Stadt stellt mit Bürgerinnen und Bürgern ein Schutzkonzept auf

Andernachs Bürgermeister Claus Peitz enthüllt die Marke am Rheintor, die den Stand eines Extremhochwassers anzeigt. Links unten ist die Marke zu sehen, die den Pegelstand markiert, bis zu dem die Hochwasserschutzwand die Fluten zurückhält. Foto: Stadt Andernach/Maurer

>>Infotext mit allen Grafiken und nützlichen Links zum Herunterladen

Andernach. Schon immer leben die Andernacher mit dem Rhein, mit seinen und Vorteilen, aber auch mit seinen Gefahren. Doch schon viele Jahre sind große Hochwasser ausgeblieben. Moderne Technik, die Pegelstände ziemlich genau vorhersagen kann und eine Hochwasserschutzwand vermitteln ein großes Sicherheitsgefühl. Doch dieses Gefühl ist trügerisch. Erst im Januar blickten vor allem die Rheinanlieger gebannt auf die steigenden Pegelstände, die eine Höhe zu erreichen drohten, bei der die Schutzwand überflutet worden wäre. Die Wetterlagen werden extremer. Hitzeperioden folgen Unwetter mit Startregen und Überschwemmungen. Mit einem örtlichen Hochwasserschutzkonzept möchte die Stadt gegen das Vergessen der Ereignisse von 1993 und 1995 arbeiten und deutlich machen, dass der Rhein noch sehr viel höher steigen und dass dann die Schutzwand an ihre Grenzen stoßen kann, dass aber Vorbereitung und Vorsorge die verheerenden Folgen eines Extremereignisses abmildern können. Dieses Hochwasserschutzkonzept möchte die Stadt gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeiten. Das Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz, das Ingenieurbüro für Wasserbau und Wasserwirtschaft „Franke + Knittel und das Kompetenzzentrum für Hochwassermanagement und Bauvorsorge in Kaiserslautern sind dafür mit im Boot. In einer Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 30. August, 19 Uhr, Historisches Rathaus, wurden die Bürgerinnen und Bürger umfassend informiert. In den folgenden Wochen waren dann Workshops:
1.    Bereich Namedy; am Dienstag, 11.09.2018, 19.00 Uhr im Feuerwehrhaus in Namedy
2.    Hochwasser Andernach Stadt, Mittwoch, 19.09.2018, 19.00 Uhr im historischen Rathaus, Ratssaal
3.    Bereich Miesenheim (Nette) sowie Burgerberg /Südhöhe (Starkregenthematik) am Dienstag, 25.09.2018, 19 Uhr, Aula Grundschule St. Stephan, Taubektränke 51

Das Land Rheinland-Pfalz hat für die Flüsse im Land sogenannte Hochwassergefahrenkarten erstellt (www.hochwassermanagement.rlp.de). Daraus geht hervor, wie hoch das Wasser steigen kann und welche Bereiche dann überflutet sind. 1993 wurde ein Pegelstand von 10,51 Meter erreicht, das ist ein Hochwasser, wie es statistisch gesehen einmal in 60 Jahren auftritt. Hochwasserereignisse wie 2002 an der Elbe und 2013 an Elbe und Donau haben gezeigt, dass auch in Deutschland extreme Hochwasserstände erreicht werden können. Für Andernach würde dies einen Pegelstand von 12,70 Meter bedeuten und läge rund zwei Meter über dem Hochwasser von 1993.
Gegen solche und noch größeren Hochwasserereignisse gibt es keine Schutzanlagen. Betroffen wären dann nicht nur die Bereiche, die unmittelbar am Fluss liegen, das Wasser würde bis in die Innenstadt strömen, wie die Gefahrenkarten zeigen. Neben der direkten Betroffenheit durch das Wasser im Haus wären vermutlich auch zahlreiche weitere Menschen indirekt betroffen, beispielsweise durch den Ausfall der Strom- und Trinkwasserversorgung, die Sperrung der Bahnlinie oder zahlreicher Straßen, mit der Folge immenser Schäden. Hochwasser lassen sich nicht verhindern, doch die Schäden können verringert werden, wenn rechtzeitig und ausreichend Vorsorge getroffen wird. Dazu werden im Rahmen des örtlichen Hochwasserschutzkonzepts die erforderlichen Maßnahmen festgelegt, die für die Stadt Andernach angemessen und realistisch sind. Die Umsetzung kann nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an mitgenommen werden. Denn auch sie haben Verantwortung, durch Eigenvorsorge die Schäden zu verringern. Hochwasservorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe der Betroffenen, der Stadt und des Staates.
Der Prozess wird vom Ingenieurbüro Francke und Knittel begleitet und darüber hinaus durch die Wasserwirtschaftsverwaltung des Landes unterstützt.

Fragen, die im Rahmen von Bürgerversammlung und Workshops behandelt werden, sind:
-       Welche Bereiche der Stadt können bei Hochwasser überflutet werden?
-       Welche Folgen hat das?
-       Wie sind wir (die Stadt und die Betroffenen) auf Hochwasser vorbereitet?
-       Wo sind Defizite und Probleme? Wie können diese gelöst werden?

Folgende Themenkomplexe werden bearbeitet:
·         Optimierung von Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz, Alarm- und Einsatzplanung, Ausstattung der Feuerwehren (z. B. Pumpen, Material, etc.)
·         Optimierung der Warnung vor Hochwasser und Extremwetter
·         hochwasserangepasstes Planen, Bauen und Sanieren im öffentlichen und privaten Bereich
·         Sensibilisierung und Vorbereitung der Betroffenen. Zu den Möglichkeiten der privaten Vorsorge gehören z.B.
o   Schutzmaßnahmen an den Häusern und Anlagen
o   Hochwasserversicherung
o   richtiges Verhalten, wenn Hochwasser kommt, auch in Abstimmung mit der gemeindlichen Gefahrenabwehr
·         Überprüfung und Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der Infrastruktur (Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Energieversorgung)
·         technische Schutzmaßnahmen am Rhein

In Andernach ist nicht nur das Hochwasser des Rheins relevant. Das gesamte Stadtgebiet ist zudem gefährdet durch Starkregenereignisse, wie sie erst kürzlich in vielen Teilen von Rheinland-Pfalz aufgetreten sind und dort Schäden in Millionenhöhe hinterlassen haben, z.B. in Herrstein im Hunsrück oder Dudeldorf in der Eifel. Im Gegensatz zum Rheinhochwasser gibt es keine exakte Vorhersage solcher Ereignisse und demzufolge praktisch keine Vorbereitungszeit. Doch Vorsorge kann trotzdem getroffen werden. Starkregenkarten des Landesamtes für Umwelt lassen Schlüsse zu, an welchen Stellen sich das Wasser bei Starkregen besonders konzentriert und zu einer Gefahr für die Ortslage werden kann.
Im Rahmen des örtlichen Hochwasserschutzkonzepts soll auch die Starkregengefährdung betrachtet werden. Folgende Themen werden über die o.g. hinaus behandelt:
·         technische Schutzmaßnahmen an Bächen, z. B. Vergrößerung des Abflussquerschnitts, Entschärfung hydraulischer Engpässe, Rückhaltebecken, Schaffen von Notabflusswegen;
·         Gewässerunterhaltung und Treibgutrückhalt
·         Optimierung der Außengebietsentwässerung, z.B. Anlegen von leistungsfähigen Sand­ und Geröllfängen
·         Wasserrückhalt in der Fläche, wie z. B. hochwassermindernde Flächenbewirtschaftung der Land- und Forstwirtschaft